Agoraphobie - die Angst vor der Angst

17. Mai 2021 - von Anke Oetken


Was ist eigentlich Agoraphobie

Sie ist die Angst vor einer unerwarteten Angstattacke außerhalb des vertrauten Wohnumfeldes. Die Angst, ausgeliefert zu sein und nicht flüchten zu können, womöglich keine Hilfe zu bekommen, wenn man einen Infarkt bekommt. Sie ist die Angst vor der Angst, die sogenannte Erwartungsangst, die handlungsunfähig macht.

  • Häufige psychische Symptome
    Hauptsymptom ist die Angst vor der Angt, in der erneut bedrohliche Körpergefühle auftreten könnten. Es herrscht große Unsicherheit, ein Gefühl, dass der Boden schwankt. Es kann kein klarer Gedanke gefasst werden, Ohnmachtsgefühle treten auf, Angst vor Herzinfarkt, Erwartungsangst. Abnahme des Selbstvertrauens. Immer größer werdende Unsicherheit, da das Selbstbewusstsein und das Selbstwertgefühl stark zu leiden beginnen. Phasen von schweren Depressionen können auftreten bis hin zu Selbstmordgedanken. Konflikte mit Partner und Angehörige, die damit überfordert sind.
  • Häufige physische Symptome
    Herzklopfen, Herzrasen, unregelmäßiger Herzschlag, Schwitzen, Zittern, Beben, Sehstörungen, Beklemmungsgefühle, Übelkeit, Erbrechen, Schwindel, Hitzewallungen, Kälteschauer, Taubheits- oder Kribbelgefühle, ständiges Angespanntsein, um der Angst vorzubeugen.
  • Häufiges Verhalten:
    Flüchten, Vermeiden, Kneipen und Clubs meiden, Fahrten mit Bahn, Bus und Flugzeug meiden, weite Reisen meiden, Feste und Veranstaltungen meiden, Einladungen ausschlagen, Fahrstühle meiden, Friseur meiden, Kaufhäuser meiden, Ärztehopping, um körperliche Ursachen abzuklären, nur noch mit Begleitpersonen das Haus verlassen, Tabletten schlucken, Essen mitnehmen, Telefonnummer des Arztes mitnehmen, sich in die Nähe des Ausgangs setzen. Nach Fluchtwegen suchen. Ängstliche Beobachtung des eigenen Körpers, um rechtzeitig etwas gegen erneute Angst tun zu können. Ausreden, Notfalltropfen, Freunde werden eingeladen, weil das Haus nicht mehr verlassen wird. Immer mehr Rückzug.

Welche Ursachen und Risikofaktoren für Agoraphobie sind bekannt?

Häufig gehen einem Angstanfall belastende, lang andauernde Lebensereignisse voraus, wie Tod eines Angehörigen, Scheidung, Trennung, Arbeitsplatzverlust, Mobbing, berufliche Überlastung, Konflikte in der Partnerschaft, ...
Persönliche seelische Faktoren spielen hier ebenfalls eine Rolle. Aufgrund eines durch Überbehütung gekennzeichneten Erziehungsstils konnte Selbstvertrauen evtl. nur unzureichend aufgebaut werden.

Wie häufig kommt Agoraphobie vor?

Die Wahrscheinlichkeit, im Laufe des Lebens eine Agoraphobie zu bekommen, wird in den Industrieländern auf 5 % geschätzt und tritt damit häufiger als eine Panikstörung auf. Frauen sind häufiger betroffen.

Krankheitsverlauf und Prognose

Ohne Behandlung wird die Agoraphobie meist chronisch und kann sich über Jahrzehnte aufrecht halten und wertvolle Lebenszeit und Lebensqualität rauben.

Therapie und Beratung

Eine der bestwirksamen und wissenschaftlich fundierten Therapiemethoden ist hier die Kognitive Verhaltenstherapie.

Therapieziel

Verbesserung des Vertrauens in sich, seinen Körper und die Fähigkeit, mit etwaigen panikartigen Anfällen umgehen zu können. Der Kopf muss dem Körper wieder Vertrauen lernen.

Erfahren Sie mehr darüber in der Einzelsitzung.